Arbeitskreis trauernde Eltern und Geschwister

in Baden-Württemberg

Leseempfehlungen

Bücherliste?
Wir haben uns entschieden, keine Bücherliste zu veröffentlichen, da man auf anderen seriösen Websites (z. B. www.veid.de) schon umfangreiche Listen findet.
Statt dessen werden wir in Zukunft in unregelmäßigen Abständen an diesem Ort ein interessantes Buch vorstellen.



Der Weihnachts-Rap - Eine vorweihnachtliche Erzählung von Joachim Werner

Illustriert von Raphael, Ernst
Opferkuch GmbH, Verlag, ISBN : 978-3-9815657-5-1, ca. 18 S., 6,50 Eur

Oktavio Hämmerle, Musiklehrer an einem Gymnasium und Dirigent eines kleinen Chores, kommt mit einer Idee aus den Sommerferien zurück. Zu einem Auftritt auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt will er diese Idee unter Beteiligung seiner "Elfer" und der "Tonleiter" umsetzen. Die Geschichte erzählt, wie geschickt er dies einfädelt und zu einem einmaligen Aufführungserlebnis im Alten Schloss in Stuttgart inszeniert.

In Aalen, Ellwangen, Oberkochen, Neresheim und Schwäbisch Gmünd ist das Büchlein im Buchhandel erhältlich. Wer darüber hinaus interessiert ist, kann es bei beim Autor für 6,50 EUR pro Stück zzgl. 1,-- EUR  für Verp. und Porto gegen Vorauskasse anfordern (KSK Ostalb, Kto. 110057118, BLZ 61450050).
Pro Heft werden 2 € an ATEG-BW e.V. gespendet.

Joachim Werner (ATEG-BW-Kassierer und Hobbyschriftsteller) j.u.m.werner@t-online.de




Essen Tote Erdbeerkuchen?
von Rosemarie Eichinger
erschienen bei Jungbrunnen 2013

Der Titel des Buches machte mich neugierig. Jeder weiß schließlich, dass die Frage an sich schon skurril ist.

Die beiden Protagonisten, die zwölfjährige Emma und Peter, der in derselben Schule eine Klasse über ihr ist, lernen sich an seinem Geburtstag auf dem Friedhof kennen.

Für beide spielt dieser Ort eine wichtige Rolle in ihrem Leben: Peters Zwillingsbruder  Martin, der an diesem Tag natürlich auch Geburtstag gehabt hätte, ist hier begraben. Er verunglückte vor kurzer Zeit tödlich.

Emma verbringt hier fast ihre ganze Freizeit. Ihr Vater ist der Totengräber und Friedhofsgärtner und sie leben in einem kleinen Haus mit Blick aus ihrem Fenster auf den Friedhof. Die Mutter ist schon lange tot. Emma weiß alles Tod und Sterben und über die Toten auf dem Friedhof. In ihrer Phantasiewelt sind sie real und sie unterhält  sich mit ihnen.

Peter musste erleben, wie durch den Tod des Bruders seine bisherige Familie zerstört wurde: Die Eltern sind nicht mehr so wie sie waren, in ihrer Trauer beachten sie ihn nicht mehr. Der Bruder - quasi seine andere Hälfte - fehlt. Er unterscheidet ein Leben „davor und danach“. Schule, Fußball, das Leben findet ohne ihn statt. Er sitzt auf dem Friedhof oder in der alten Zwirnfabrik, wo er oft mit seinem Bruder war.

Peter und Emma beschäftigen sich jeder auf seine Weise mit Tod und Verlust. Die Autorin beschreibt einfühlsam und humorvoll ihre Annäherung und ihren Austausch, z.B. wie begeht man einen Geburtstag von jemanden, der nicht mehr da ist. Jeder lernt vom anderen und muss sein Verhalten kritisch hinterfragen lassen. Beide machen neue Erfahrungen; Der Tod ist ein Teil des Lebens und ihrer Wirklichkeit, aber sie lernen auch, keine Angst vor dem Leben zu haben und sich ihm zu stellen: Emma kommt langsam aus ihrer Außenseiter- Rolle in der Schule heraus und akzeptiert eine neue Frau an der Seite ihres Vaters. Peter fordert seine Eltern auf, ihrer Elternrolle gerecht zu werden und die neue Familiensituation anzunehmen. Er macht deutlich, dass er die Erwachsenen braucht und wahrgenommen werden möchte. Er geht wieder in die Schule und isst wieder gerne sein Pausenbrot. So wie Emma sagt: „Es ist gut, dass du wieder da bist.“

Dieses Buch habe ich mit Freude und Schmunzeln durchgelesen. Es gibt keine indirekten oder bewertenden moralischen Andeutungen. Ein paar Tage während einer schwierigen Zeit aus dem Leben von zwei sehr unterschiedlichen Jugendlichen werden erzählt.

Das Buch ist hilfreich nicht nur für Jugendliche, auch für Erwachsene, wenn Kinder und Jugendliche in ihrem Umfeld mit dem Tod konfrontiert werden. Es wird deutlich, dass sie zwar anders damit umgehen als Erwachsene, aber sich genauso damit auseinandersetzen müssen wie diese. Ihre Verletzlichkeit, Sensibilität und genaue Wahrnehmung der Reaktionen ihrer Mitmenschen werden vermittelt. Trotzdem sind sie neugierig und möchten ihr Leben, das sie noch vor sich haben, weiterleben. Es geht nicht darum den Tod auszugrenzen, schließlich ist er Teil ihrer Lebensgeschichte. Somit macht der Titel: „Essen Tote Erdbeerkuchen? “durchaus Sinn!

Annette Meier-Braun
Dipl.-Psychologin
Geschäftsführerin ATEG-BW e.V.


Produktinformationen





Trauer und Trauma
die Hilflosigkeit der Betroffenen und der Helfer
und warum es so schwer ist, die jeweils andere Seite zu verstehen

von Thomas Weber und Hanne Shah
erschienen bei Ansager 2013
(weitere Info und Bestellung)

„Wir sind hilflos, weil uns das passiert ist, und unsere Gegenüber sind hilflos, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen können. Das ist wie eine Wand, die dazwischen steht. Und wir verstehen die anderen nicht und sie uns nicht.“
Dieses Zitat von Petra Hohn, 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID) in der Einleitung des Buches beschreibt sehr deutlich die Problematik der unterschiedlichen beiden Perspektiven, die der Betroffenen und der Helfer.

Zentraler Aspekt des Buches ist die Hilflosigkeit, die Betroffene und Helfer erleben und aushalten müssen nach einem unerwarteten, plötzlichen oder gewaltsamen Tod. Für die Betroffenen verändert solch eine Katastrophe mit einem Schlag das ganze Leben. Die Erfahrung keine Kontrolle mehr zu haben, wird als Trauma erlebt.

Die Zielgruppe des Buches sind in erster Linie Menschen, die professionell, ehrenamtlich oder auf andere Art und Weise mit Trauernden oder Traumatisierten zu tun haben. Es handelt sich keinesfalls um ein Buch für Betroffene, vor allem nicht in der akuten Phase.
Das ist eine Stärke dieses Buches: Bei vielen der Büchern über Trauer, die es zwischenzeitlich auf dem Markt gibt, wird die Zielgruppe nicht klar definiert; Theorie und Wissenschaft über Trauer und Trauma werden mit Erfahrungen (aus Sicht der Betroffenen oder Helfer) vermischt. Vieles wiederholt sich deshalb, weil zwischenzeitlich bekanntes Wissen über Trauerprozesse ja nun nicht ständig neu erfunden und beschrieben werden kann.

Das Buch ist gut gegliedert. Nach einer persönlichen Einleitung folgt eine klare Begriffsdefinition, die auf dem aktuellsten theoretischen Stand ist. Auch die weitere Gliederung unterscheidet sich von bisherigen Trauer-Traumabüchern: Zwar wird auch nach dem zeitlichen Verlauf gegliedert, aber nicht nach Phasen oder Aufgaben oder ähnliches, sondern nach Themen und Problemen, mit denen Betroffene und Helfende nach einem plötzlichen Unglück konfrontiert sind. Die Unterscheidung zwischen den ersten Stunden und Tagen und Wochen, Monate und Jahre danach orientiert sich klar an der Realität Betroffener.

Zwei inhaltliche Punkte möchte ich hier besonders betonen, die ich so thematisiert in der gängigen Trauerliteratur noch nicht gelesen habe: Das Thema Organtransplantation und das Thema Schuld.
Bei der Organtransplantation wird öffentlich immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist und dass es selbstverständlich sein sollte, Organe zu spenden. Was das aber für betroffene Eltern bedeutet, deren gesundes Kind plötzlich und unerwartet hirntot ist, wird nicht deutlich. Wie schwer es ist, solch eine Entscheidung zu treffen mit all ihren Konsequenzen und Langzeitfolgen wird im Buch sehr genau, ohne Partei für eine Seite zu beziehen dargestellt.

Auch das Thema Schuld verdient besondere Beachtung. Die unterschiedlichsten Schuldgefühle sind oft ein Aspekt der Trauer. Neben der realen Schuld (z.B. bei einem selbst verschuldeten Unfall) werden irreale Schuldgefühle quälend und belastend erlebt. Dass das Erleben dieser Gefühle Sinn macht und zur Wiederherstellung der Kontrolle über das eigene Handeln dient, um das Unfassbare des Verlustes und die Hilflosigkeit zu ertragen, wird sehr ausführlich mit Beispielen dargestellt.

Das profunde Wissen und die langjährigen Erfahrungen und Kompetenz der Autoren werden bei der Beschreibung von Beispielen und ihre Einordung in den entsprechenden Trauer-und Trauma Kontext sehr informativ deutlich.  
Hier fällt der respektvolle und sensible Umgang mit den Betroffenen und Helfenden angenehm auf. Dazu trägt der sachliche, aber einfühlsame Sprachstil bei und macht es leicht, das Buch konzentriert, aber ohne Anstrengung (was ja oft bei Fachbüchern der Fall ist) zu lesen. 

Es lohnt sich das Buch zu lesen, da die Darstellung dieses schwierigen Themas aus einem neuen Blickwinkel klärt und bereichert.
Die Autoren stellen die gesamten Einnahmen ihres Buches dem Arbeitskreis trauernde Eltern und Geschwister in Baden-Württemberg e.V. (ATEG-BW e.V.) zur Verfügung.

Als Geschäftsführerin des Vereins möchte ich mich dafür und für die Anerkennung aller Betroffener und Helfer bedanken!

Annette Meier-Braun
Dipl.-Psychologin

Produktinformation




Still geboren
von Maureen Grimm und Anja Sommer

Panama Verlag, Berlin 2011
ISBN 978-3-938714-13-3
128 Seiten, 19,90 € (D)

gelesen von Maria Ernst  

Maureen Grimm, Ethnologin und Anja Sommer, Künstlerin erzählen und beschreiben in ihrem Buch den Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft, angelehnt an das Erleben der Mutter. In einer klaren und beeindruckenden, leicht verständlichen Sprache werden dazu Einblicke in die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Sichtweisen beteiligter Menschen (Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern, Bestatter, Seelsorger) gegeben. Es vermittelt wichtige Anregungen im Umgang mit verstorbenen Kindern und deren Eltern (leider ein bisschen zuwenig über das Erleben der Väter). Hinzu kommen in diesem Buch historische Perspektiven, die kurze Hinweise auf den Umgang in vergangenen Zeiten mit dem Tod eines Kindes geben. Eine anregende Ergänzung sind die Fotografien und Aquarelle, die auf direkte Art berühren und ansprechen. 

Das Buch ist in seiner Aufmachung und Gestaltung ansprechend, ja fast angenehm in der Hand. Ein intelligentes unaufdringliches Buch, das sich in Stil und Auseinandersetzung mit dem Tod eines Kindes wohltuend hervorhebt. Empfehlenswert für jede Entbindungsstation, für ihre Hebammen, Krankenschwestern und Ärzte. Ebenso für Gynäkologen in ambulanten Praxen ein hilfreiches verständnisvolles Buch. Für Betroffene und ihre Angehörigen eine liebevolle Anerkennung einer unbegreiflichen und oft von der Gesellschaft tabuisierten Erfahrung.
 


Lesenswert -
Eine Empfehlung von Annette Meier-Braun
Psychologie heute 10/07 S.20ff
Wenn das Leben auseinander fällt
von Kathleen McGowan

"Nach schweren Schicksalsschlägen, Krisen und Traumata müssen wir unser Leben neu sortieren. Wenn es uns gelingt, die innersten Kräfte zu mobilisieren, können wir über uns selbst hinauswachsen: Das "posttraumatische Wachstum" macht uns reifer, stärker - und oft auch glücklicher als zuvor. ..."

Der Artikel kann von http://www.psychologie-heute.de heruntergeladen werden (Gebühr 1,40 Euro).


Dilip – Wir sterben doch nicht der Reihe nach
von Anna Patell
Satzwerk Verlag, Göttingen, Dezember 2003
ISBN 3-9303-3347-3
192 S., 16,00 €

Gelesen von Uta Gütschow

Der 13 jährige Dilip verunglückt während eines Schullandheimaufenthalts in den Bergen unter ungeklärten Umständen tödlich.

Seine Mutter schildert in diesem Buch die Situation der Familie nach der Todesnachricht. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Auseinandersetzung mit der Schule um die Anerkennung, dass Dilip nicht leichtfertig weggelaufen ist, sondern erlaubt mit einer Gruppe unterwegs war, als der Unfall passierte.

Die Verletzungen, die die Familie noch zusätzlich zu ihrem Schmerz durch Gedankenlosigkeit, Rückzug und defensives Verhalten der Schule erleidet, werden eindringlich dargestellt. Dies betrifft nicht nur die Eltern, die in ihrer Suche nach der Wahrheit auf Unverständnis stoßen, sondern auch die jüngeren Brüder, deren Trauer von der Schule kaum wahrgenommen wird.

Dieses Buch ist ein erschütternder Bericht, was der Tod eines Kindes für eine Familie bedeutet. Tröstlich ist die Darstellung der vielen großen und kleinen Hilfen, mit denen gute Freunde, aber auch andere Menschen, die Familie in dieser schweren Zeit unterstützten und so ein „Weitermachen“ ermöglichten.

Darüber hinaus handelt es sich um ein wichtiges und eindringliches Plädoyer für mehr Sensibilität im Umgang mit dem Thema Tod und Trauer in der Schule.


Wenn Kinder Angst haben - Wie wir helfen können
ISBN: 3491401062 oder 978-3491401068
1. Auflage Februar 2007 Patmos Verlag
180 Seiten, 14,90 €

Gelesen von Marianne Werner

Das umfangreiche Buch von Monika Specht-Tomann, Psychologin, Physiotherapeutin und Universitätslektorin gibt eine Übersicht zu unterschiedlichen Angstbereichen, die in jedem Kinderleben vorkommen können.

Im Teil 1 geht es um typische Kinderängste vom Säugling bis zum Schulkind. Es wird herausgestellt, dass sich das Gefühl „Angst“ in eine Kraft verwandeln kann - als Motor für positive Veränderungen und Neuorientierungen. Anhand von vielen Fallbeispielen (Beispiele aus dem Kinderalltag) wird einfühlend und anschaulich erläutert, wie Kinder oft selbst Strategien entwickeln können um mit ihrer Angst machenden Situation umzugehen.

Im Teil 2 werden spezielle Situationen dargestellt, die Kinderseelen belasten. Angefangen von alltäglichen Situationen wie vom Übergang vom Tag zur Nacht bis Fragen von Krankheit und Tod, Scheidung, sowie neue soziale Situationen wie Kindergartenzeit und Schulbeginn und um Katastrophen. Jedes Thema wird sehr ausführlich behandelt und ist in sich abgeschlossen.

Zum Kapitel Krankheit und Tod möchte ich etwas näher eingehen. Geschwisterkinder werden oft bei nahen Verlusten vergessen. Zu alterstypischen Ängsten kommt häufig die Angst von Trennung von Vertrautem und Kinder fühlen sich oft schuldig am Tod. Anhand von Beispielen wird auf alterstypische Fragen und Ängste eingegangen und angeregt, dass Kinder die Gedanken und Gefühle aussprechen und sie nicht allein sind in ihrer Fantasie und Gedankenwelt.
Manches ist mir jetzt verständlicher, besonders die Aussagen und Fragen unseres jetzt mittlerweile erwachsenen Sohnes, während der Erkrankung und dem Sterben unserer Tochter vor 15 Jahren.

Das Buch ist sehr gut zu lesen, ist aufgelockert mit Abbildungen, kleinen Texten, macht auch Mut, den eigenen Ängsten Worte zu geben. Hilfreich und wohltuend fand ich auch, dass es in der Begleitung nicht so sehr darauf ankommt alles wissen, erklären und verstehen zu können, sondern es geht vielmehr um die Bereitschaft sich gemeinsam auf die Suche zu begehen.

Das Buch ist erschienen Februar 2007 beim Patmos Verlag hat 180 Seiten und kostet 14,90 €


Sabine Weiland „Wenn Worte fehlen“
Vom Umgang mit Trauernden
mvg Verlag
ISBN: 3-636-06247-6 oder 978-3636062475

Rezension von Hanne Shah

Sabine Weilands Buch „Wenn Worte fehlen“ richtet sich nicht nur an Trauernde selbst, sondern vor allem an Menschen, die mit Trauernden zu tun haben. Lesenswert für Freunde, Familienangehörige, Nachbarn und einfach Begleiter von Trauernden. Besonders angesprochen werden Menschen, die von Berufs wegen mit Hinterbliebenen zu tun haben.
Dazu gehören eben nicht nur Pfarrer, Bestatter, Pflegepersonal und Ärzte, sondern auch Rechtsanwälte, Lehrer und Journalisten.

Sachlich und dennoch einfühlsam beschreibt sie, wie sich Trauernde oft fühlen, was Trauernden gut tut und was ihnen nicht hilft.
Das Buch geht ein auf die unterschiedliche Trauer von Kindern, Eltern, die ein Kind verloren haben und Menschen, die einen Partner verloren haben.
Extra Kapitel sind verschiedenen begleitenden Berufen gewidmet: Lehrern, Polizisten, Rechtsanwälten, Seelsorgern.
Das Buch ist ein Leitfaden in einer schwierigen Zeit, die viele Menschen hilflos macht.

Zum Abschluss geht Sabine Weiland kurz auf die Besonderheiten von Tod und Trauer in den unterschiedlichen Religionen ein.
Ein lesenswertes Buch - ganz besonders zur Einführung für Menschen die Trauernde begleiten möchten.

Über die Autorin:
Sabine Weiland studierte Krankenpflege und qualifizierte sich über Fernstudium und Seminare als Journalistin. Seit 1997 ist sie als Medizinjournalistin tätig. Sie publizierte verschiedene Artikel über Tod Trauerbegleitung und Kinderhospizarbeit.
Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Schwerin. Sie ist Mutter von drei Kindern und selbst betroffen durch den unerwarteten und frühen Tod ihres ersten Kindes.


Flieg Hilde flieg!

Rezension von Annette Meier-Braun, Dipl.-Psychologin

Das kleine Buch von Jörg Stanko hinterließ bei meiner Familie, angefangen beim jüngsten Sohn mit 11 Jahren bis zu meinem Mann ein Lächeln im Gesicht.

Der Frage, wo Tante Hilda nach ihrem Tod geblieben ist, wird ganz unbeschwert und angstfrei nachgegangen. Pia bekommt Antworten von Onkel Bruno, von Christian, von Oma, ihrer Mutter, und Freund Peter, der viel gereist ist. Jeder hat eine andere Antwort darauf, was mit Tante Hilde passiert ist. Dabei erfährt man, was verschiedene Weltreligionen dazu zu sagen haben. Mit Hilfe von Blumendünger, Herrn Jesus, Kühen in Indien, der Seele, einem Schwimmbad, Tee in Schnabeltassen werden das Leben, der Tod und die Wiedergeburt sehr anschaulich erklärt.

Besonders gut gefallen haben meinem jüngsten Sohn die Bilder von Heike Jankowski, die gut zur Leichtigkeit des Textes passen. Zwar weiß er nicht, wer Janis Joplin war, - das sind dann eher Schmunzelmomente für die Erwachsenen -, aber er hatte Spaß beim Lesen. Er meinte, er wisse jetzt mehr darüber, dass es ganz verschiedene Meinungen darüber gibt, was mit den Menschen nach ihrem Tod passiert, dass es aber keiner wirklich weiß. Und wenn Pia glaubt, im Himmel rieche es nach den Dingen, die die Oma gerne gehabt hat, so denkt er, dass es auch nach dem Dieselmotor vom Schiff seines toten Opas riecht.

Ein kleines heiteres Buch, dass ganz unverkrampft mit dem Thema Tod umgeht.
Geeignet für Kinder ab dem Grundschulalter.

Erschienen bei Limette-Kinderbücher, Preis: 10.90 €

Das Buch ist ein Paperback
ungefähr im Format DinA5 quer,
die Bilder sind einseitig.